produktion fado film
regie markus herling
kamera peter steuger
cast pasquale aleardi, isabella parkinson, andreas günther, max herbrechter, paula paul

inhalt

Berlin im Winter ist nicht unbedingt der schönste Ort der Welt. Inmitten der scheinbaren Tristesse platziert Regisseur Markus Herling seine Handlung, die alles andere als grau in grau ist.

In der Weihnachtsnacht folgt er fünf Protagonisten: Elke (Susann Ugé), allein erziehende Mutter und chronisch pleite, versucht mit allen Mitteln ihren Kindern ein Weihnachtsessen in einem Restaurant zu ermöglichen. Dafür steigt sie auch mit ihrem Nachbarn Sebastian (Andreas Guenther) ins Bett, um sich so Geld von ihm leihen zu können. Der sieht nervös dem alljährlichen Treffen mit seinem Vater (Hans Klima) entgegen, dem das Leben aus den Händen zu gleiten droht. Das Gleiche gilt für Joseph (Pasquale Aleardi), der nach der Trennung von seiner Freundin keinen klaren Gedanken mehr fassen kann und die Abende melancholisch mit mehreren Flaschen Rotwein verbringt. Der verwitwete U-Bahnfahrer Otto (Klaus Gehrke) kennt sich dafür mit Einsamkeit aus und wird leicht nervös, als er für einen Tag die vitale Reinigungsmittelvertreterin Sieglinde (Karin Düwel) vor die Nase gesetzt bekommt. Und dann ist da noch der zweitklassige Schauspieler Alwin (Max Herbrechter), der bei einem Casting für eine Krankenhaus-Soap scheitert und sein wahres Talent kurz darauf in der Berliner U-Bahn unter Beweis stellt.

Aufmerksam folgt man den Figuren, die alle mit der Tragik des Alltags zu kämpfen haben, doch dabei erstaunliche Kräfte an den Tag legen. Weiter gehen tut es immer, man weiß nur erstmal nicht auf welche Weise. Ähnlich wie in den Filmen von Andreas Dresen („Sommer vorm Balkon“) liegen die großen filmischen Momente hier in den kleinen Augenblicken, den unscheinbaren Gesten und den detaillierten Beobachtungen eines Milieus, das irgendwo zwischen Mittelschicht und Hartz-IV liegt. Ein Wintermärchen aus Berlin. (David Siems)

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